Ganzheitliches Design

Ein ganzheitlicher Blick auf die Arbeit als Designer

Begegnung auf Augenhöhe

Wie im echten Leben funktioniert eine gesunde Arbeitsbeziehung am besten auf Augenhöhe. Auf die klassische Weise betrachtet würde dies bedeuten, einer der Beteiligten begibt sich auf die Stufe dessen, der am wenigsten Ahnung hat.

Diese Sichtweise hat jedoch zwei Schwachpunkte:

  1. Der auf dessen Niveau man sich begibt, wird indirekt degradiert
  2. Der, der sich "hinab begibt" wird indirekt aufgewertet und könnte sich überlegen fühlen

Beides erschwert eine echte menschliche Begegnung. Wenn wir von "auf Augenhöhe" mit unseren Kunden sprechen meinen wir: Wir begegnen uns als Experten. Wir haben das Know How, was Webdesign, Printdesign und Layout anbelangt. Unser Kunde bringt das Know How für sein Unternehmen, seine Kunden, Interessenten und seine Zielgruppe mit. Das gilt es zu respektieren. Wenn jeder sein Wissen und seine Kompetenzen einbringt und beide Seiten offen bleiben für die Vorschläge des Geschäftspartners, entstehen daraus ganz wundervolle Ergebnisse.

Beziehungen verstehen

An dieser Stelle möchten wir gern ein wenig ausholen. Dazu holen wir uns Jim Rough an die Seite (Autor des Buches Society's Breakthrough!: Releasing Essential Wisdom and Virtue in All the People). Er stellte die Hypothese auf, dass alle Kulturen eine Regierungsform hatten, die sich mit einer der drei geometrischen Formen Dreieck, Quadrat und Kreis beschreiben lassen.

Regierungsformen nach Jim Rough

Und da die Regierungsformen dieser Welt uns und damit unsere Lebenswelt über die Jahrhunderte hinweg geprägt haben, können wir dies auch auf unsere Geschäftsbeziehungen übertragen.

Dabei steht das Dreieck für den Klassiker Chef - Angestellte. Der Chef hat die Weisungsbefugnis (und damit ganz klar recht 😉 ). Der Angestellte ist abhängig von seinem Chef und muss die Weisungen seines Vorgesetzten ausführen. Selbst wenn der Chef keine Ahnung von Design hat, muss der angestellte Designer diese Vorstellungen umsetzen. Darunter leidet im Zweifelsfall beides: die Intention des Chefs, sein Know How oder Produkt am Markt zu platzieren und das Design, weil der Designer keine freie Hand hatte, um das Produkt oder die Expertise gekonnt in Szene zu setzen.

In einem Quadrat sieht das Ganze dann schon ein wenig besser aus. Der Designer ist zwar immer noch angestellt, bekommt jedoch genügend Spielraum eingeräumt um in dem gesteckten Rahmen frei agieren zu können. Durch Meetings und gemeinsamen Austausch werden die Regeln für die Agentur definiert, so dass jeder weiß, woran er sich halten muss und wo absolute No Gos sind. Die letztendlichen Entscheidungen trifft aber auch hier immer noch ein Vorgesetzter. Im Prinzip ist dies schon eine ganz gesunde Lösung - so lange das Team gut funktioniert und nicht Mobbing oder ähnliches Einzug halten. Der Nasenfaktor kann einige gute Ideen zerstören. Im Zweifelsfall trifft dies auch den Kunden, der die Missstimmungen im Team spürt. Hier kann es auch passieren, dass der Kunde gar nicht als Experte für sein Thema wahrgenommen und sein Know How kaum oder gar nicht in den Prozess mit eingebunden wird. Hier hat sich das Design- und Marketingteam dann so auf bestehende Designgesetzmäßigkeiten und Marketingregeln eingeschworen, dass das Ergebnis im Zweifelsfall komplett am gewünschten Ergebnis vorbeischießt.

Im Kreis schließlich begegnen sich alle Team-Mitglieder auf Augenhöhe. Jeder bringt sein Wissen und Können ein und gemeinsam wird eine holistische (also ganzheitliche) Lösung gefunden, die die Bedürfnisse aller einbezieht. Das Wissen um die Wichtigkeit aller Standpunkte, Lebenserfahrungen und Ausbildungen führt zu einer Geschäftsbeziehung auf wirklicher Augenhöhe. Niemand muss sich zu jemandem herab begeben. Dadurch fühlt sich niemand degradiert und niemand wird künstlich aufgewertet. Teams, in denen so gearbeitet wird, finden zu Lösungen, die über das eigentliche Problem hinausgehen. Da jeder seine Stimme einbringen darf, werden Problemstellungen durch viele Erfahrungen und unterschiedlichstes Wissen beleuchtet. Und so steht am Ende des Prozesses eine wirklich gute Website oder ein richtig gelungenes Printdesign.

Gelungene Zusammenarbeit funktioniert eben am besten im Kreis

Als Designer sollten wir uns immer vor Augen halten, dass es eben nicht nur darum geht, das allerbeste Layout zu kreieren. Wir müssen immer auch unseren Kunden und sein Wissen um sein Unternehmen und seine Kunden im Blick haben. Als Designer haben wir es nämlich nicht nur mit unserem Kunden zu tun, sondern über unseren Kunden auch mit dessen Kunden. Und wenn wir in diesem Prozess nicht alle Beteiligten als gleichberechtigt einstufen, kann es durchaus passieren, dass unser Layout oder unsere Story klasse aussehen, aber leider komplett am Thema vorbeigehen.

Deshalb holen wir uns unsere Kunden auf echte Augenhöhe. So entstehen wirklich klasse Ergebnisse, an die zu Beginn niemand auch nur im entferntesten gedacht hat.

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